9. Vernetzung: Spezielle Fälle

9.1 Windows-Rechner sollen auf einen MacOS-Server zugreifen können

Hardware-Voraussetzungen sind wie immer Netzwerk-Karten in allen Rechnern für den Netzwerkanschluss.

Benötigte Software: PCMacLAN (kommerziell, für alle Windows-Versionen, ca. 500 DM, für Windows 3.X kostenlos) <http://www.miramarsys.com/products/index.htm> ist eine umfassende Lösung, bei der Windows-Rechner samt Druckerzugriff voll ins Macintosh-Netzwerk eingebunden werden. Ausserdem kann der Windows-Rechner auch AppleShare Server sein. ARA 3.0 wird ebenfalls unterstützt, so dass das Netz auch über Telefonleitungen funktioniert.
Daneben gibt es Timbuktu Pro <http://www.netopia.com/software/tb2/win/32over.html>. Eine preiswerte einfache Lösung wäre, TCP/IP selbst zu konfigurieren und Dateien ohne echtes Filesharing per ftp austauschen.

Ab AppleShare IP 6 (im Lieferumfang der Apple-Server) braucht man keine besondere Software auf PC-Seite mehr, WindowsXX kann sich über TCP/IP Netbios anmelden (native SMB-Unterstützung). Viele Informationen zu AppleShare IP, weitere faqs, Informationen über Netzwerksoftware anderer Hersteller unter <http://www.apple.com/appleshareip/text/information.html>

9.2 MacOS-Rechner soll in ein Windows9X-Netz eingebunden werden

DAVE (kommerziell), damit lernt MacOS das Windows-Netzwerkprotokoll NetBEUI/SMB. Jede Installation benötigt eine Lizenz. Informationen, Demoversion und Verkauf unter <http://www.thursby.com>. Die Applikation Mocha SMB für Power Macintosh <http://www.mochasoft.dk/mac.html#macsmb> kann Dateien zwischen vernetzten Windows und MacOS - Umgebungen kopieren.

Wie schon beschrieben, kann PCMacLan auf einem Windows-Rechner als AppleShare Server fungieren. Gewöhnlich geht der Ressourcenzweig von Macintosh-Dateien verloren, wenn Dateien auf den Windows-Rechner kopiert werden. PCMacLan kann in einem Unterverzeichnis Daten- und Ressourcenzweig getrennt speichern. Das ist wichtig, wenn der Windows-Rechner für Backups benutzt werden soll.

9.3 MacOS-Rechner soll auf Windows NT/2000 - Server zugreifen können

Windows NT benutzt TCP/IP, allgemeine Einschränkungen

WindowsNT 4 hat diverse Fehler und Einschränkungen, die sich mehr oder weniger gravierend auswirken. Wenn unter NT eine Dialup Verbindung zum Internet installiert wird, d.h. TCP/IP nach draussen, kann der NT Rechner immer nur entweder im Netzwerk stehen oder Verbindung zum Internet haben. Die Verbindung ins Internet wird nicht für das interne Netz zur Verfügung gestellt. Unter Windows 95 funktioniert das.

Weiterhin können verschiedene Netzprotokolle in einem Netz mit Windows NT Server nicht vernünftig benutzt werden. Besser immer nur ein Protokoll benutzen, also Appletalk oder TCP/IP.

Soll TCP/IP das Netzwerkprotokoll der Wahl sein, gestaltet sich die Vernetzung genauso wie bei allen anderen TCP/IP Netzen, unabhängig von den beteiligten Betriebssystemen. Näheres unter Protokolle.

Besonders komfortabel lassen sich TCP/IP Netze mit Windows XX Servern mit Dave <http://www.thursby.com> aufbauen. Dave sorgt dabei auch für Dienste wie gegenseitigem Filesharing und Druckerzugriff durch das Netz, die sonst nur bei Appletalkprotokollen inclusive sind und kann mit den meisten Microsoft-proprietären "Standards" umgehen.

Eine andere Möglichkeit bietet MacServerIP <http://www.cyansoft.de> von cyan. MacServerIP ist ein Fileserver und kann AFP (Apple File Protocol) über TCP/IP und AppleTalk - Netze. Ebenfalls von cyan gibt es fortgeschrittene Druckerserverlösungen ("MacServerPrint") für MacOS Client / WindowsNT Server Kombinationen.

Windows NT/2000 lernt Appletalk

Die NT/2000 Workstation-Version kann nur AppleTalk, was zum Drucker-Sharing ausreicht, nicht aber zum FileSharing. WindowsNT Server kann von Haus aus als vollwertiger AppleShare-Server fungieren, weitere Software ist nicht notwendig. Der MacOS-Rechner kann auf den NT-Server zugreifen, aber nicht umgekehrt.

Nach der physischen Verkabelung der Rechner auf NT als Administrator einloggen.
- Start | Settings | Control Panels | Network Control Panel auswählen
- Services tab auswählen. Add Button klicken und "Services for Macintosh" aus der Liste auswählen. Ok Button klicken.
- Nachdem das System Dateien aus der Windows NT setup directory kopiert hat, Continue klicken, dann den Close Button klicken.
- Die Netzwerk Interface Karte auswählen.
- Es wird nach der default zone für die Macintosh clients gefragt. Für single Lan environments gewöhnlich leer lassen. Wenn bereits eine Zone existiert oder wenn für später eine andere geplant ist, einen Namen für die Zone eingeben.
- Network Control Panel schliessen, Neustart.

Man kann vom Macintosh aus zugreifbare Volumes nur auf NTFS (NT File System) formatierten Partitionen erstellen. Die NTFS Partition ist kompatibel mit dem Macintosh Hierarchical File System und wird die Daten für den Ressourcenzweig der Macintosh Dateien erhalten.

- Den Server Manager aus der Administrative Tools program Gruppe starten.
- MacFile | Volume auswählen, Create Volume Button klicken.
- Einen Namen für den Server in der Volume Name box eingeben.
- Den Pfad zum Volume in der Pfad-box eingeben.
- OK Button klicken, Close Button drücken, warten bis das Volume konfiguriert ist, Server Manager schliessen.

Sobald die Installation beendet ist, werden zwei neue Services im control panel auftauchen: File Server for Macintosh und Print Server for Macintosh. Damit kann man die verschiedenen Attribute des Server setups kontrollieren und welche Druckerports auf Macintosh-spezifische Drucker zeigen.

Anwenderbericht zeigen, dass die Vernetzung MacOS-NT in der Praxis nicht ganz unproblematisch ist, was hauptsächlich auf das Konto von WindowsNT geht. So kann ein netzwerkfähiger Laserdrucker zwar von NT- und MacOS-Rechnern angesprochen werden, sobald aber auf NT Seite ein Appletalk-Drucktreiber installiert wird, kann von keinem Macintosh mehr auf den Drucker zugegriffen werden. Keinesfalls in der Konfiguration des Druckers unter NT die Option "diesen Drucker übernehmen" aktiviert lassen (diese Option ist dummerweise per default aktiviert). Und: Der Druckername unter NT darf nicht wie der Appletalkname des Druckers lauten. Andere Abhilfe: Drucker nicht über NT verwalten.

Ein Fehler von NT ist, dass mit Installation eines Appletalktreibers automatisch und unvermeidlich ein (Appletalk-) Druckspooler für diesen Drucker eingerichtet wird und dass NT die Namensgleichheit zulässt. Man kann den Drucker also nur ganz übernehmen (alle Apples müssen über den NT-Server drucken und sehen den Drucker unter seinem NT-Namen) oder man muss damit leben, das ein Drucker in der Auswahl zweimal - mit verschiedenen Namen - erscheint.

HybinetteIP <http://www.hybinette.com/html/prodSoftware.htm> ist Windows NT Serversoftware für MacOS Clients und beherrscht sowohl AFP (Apple File Protocol) als auch AFP-über-IP (AppleShare IP), glänzt durch hohe Geschwindigkeit und gute Integration in die Windows NT - Umgebung.

MacOS an RAS-Server

Ein MacOS-Client kann über PPP mit einem Windows NT RAS Server verbunden werden:
- Den Windows NT Server auf PAP-Authentifizierung stellen: In Control Panel/Network "Remote Access Service", dann "Configure" dann "Network" auswählen. Unter "Encryption Settings" "Allow any authentication including clear text" auswählen.
- Am MacOS Rechner im TCP/IP Kontrollfeld "Connect via PPP" und "Configure Using PPP server" auswählen, DNS IP Adressen eintragen. Im PPP Kontrollfeld die NT domain username und password eingeben.
- Der ARA 3.1 client (liegt MacOS 8.5 bei) kann auch mit MS-CHAP umgehen. Standard CHAP kann Windows NT erst aber Version 4/Service Pack 2.
Vorsicht - man vergisst leicht, dass nach jeder Konfigurationsänderung, bei der Dateien von der NT-CD kopiert werden, jeweils das verwendete Service Pack nochmal installiert werden muss. Ausführliche Beschreibung unter <http://valleynet.on.ca/~aa158/mac-ras.html>.

MacOS X/Server als Client

MacOS X/Server lernt mit dem Client "Sharity" <http://www.obdev.at/Products/Sharity.html> das CIFS (Common Internet FileSystem) Protokoll (früher als SMBbekannt) und kann so auf Dateisysteme von Windows-Servern zugreifen.

MacOS lernt NetBEUI, weitere Informationen

Wenn das Netzwerkprotokoll NetBEUI verwendet werden muss, kann der MacOS-Rechner mit Dave eingebunden werden, siehe Punkt "MacOS-Rechner soll in ein Windows9X-Netz eingebunden werden".Viele weitere Praxistips zur NT Server/MacOS client Kombination sind in <http://www.macwindows.com/servtips.html> beschrieben. Auch Microsoft selbst gibt Tips speziell für Windows 2000 <http://www.microsoft.com/MAC/Developer/Win2Kservices.asp>. Ein eigenes Buch zur Windows 2000 - MacOS Vernetzung wird im Kapitel "Bücher über die Firma Apple und den Macintosh" besprochen.

Applikationen eines Windows-Servers benutzen

Eine hochklassige Lösung, um von Macintosh oder anderen Clients auf die Applikationen eines Windows-Servers aus zuzugreifen, bietet Citrix mit Metaframe <http://www.citrix.de/products/metaframe/default.htm>. Metaframe gibt es auch für UNIX - Server.
Für Microsoft Exchange gibt es auch einen MacOS-Client mit Namen "Outlook" <ftp://ftp.uni-stuttgart.de/pub/systems/mac/office98_updater/>.

9.4 MacOS-Rechner soll mit Unix-Rechnern vernetzt werden

Unix lernt Appletalk

Unter Linux ist Netatalk (freeware) sehr beliebt. Damit wird der Linux-Rechner zu einem Appletalk-File- und Printserver. Viele Informationen zur Installation und weitere Links unter <http://thehamptons.com/anders/netatalk/>. Netatalk gibt es auch für andere Unix-Derivate, zum Beispiel Solaris. Alternative: cap. Läuft nicht im Kernel, sondern als eigenes Programm. Windows-Rechner werden übrigens genauso mit Samba (freeware, läuft auf vielen Unix-Plattformen, auch Ultrix) eingebunden, damit lernt Unix SMB, Microsofts Protokoll zur Kommunikation zwischen Server- und Requesterkomponente im Netzwerkbetriebssystem.

Statt Linux kann man auch einen BSD-Server verwenden. BSD kann Appletalk emulieren, dient als Print- und Fileserver sowie als Gateway ins Internet.

EtherShare <http://www.helios.de> ist ein kommerzielles Paket zur Anbindung eines MacOS-Rechners an SUNs oder andere Unix-Rechner. Es bietet bietet AppleShare über TCP/IP. Sehr umfassend, leicht administrierbar und ebenfalls kommerziell ist K-AShare <http://www.xinet.com/npg/> für SGI or SUN Microsystems Hardware.

MacOS als Client am Unix-Rechner

Mit TotalNeT Advanced Server <http://www.syntax.com> wird ein MacOS-Rechner zum NFS-Client. Das Produkt ist ein universelle Netzwerklösung für UNIX-Rechner und kann als File, Print, und Application Server Windows (3.x, NT, 95, 98), DOS, OS/2, NetWare, Macintosh and UNIX Computers durch ein gemeinsamens Dateisystem verbinden.

Bei Thursby und sehr komfortabel: MacNFS <http://www.thursby.com/products/macnfs.htm>. NFS mounted Volumes funktionieren und erscheinen wie eine lokale Festplatte. Indirekt kann MacOS auch über KA-Share <http://www.xinet.com/npg/> auf nfs-Volumes zugreifen. Ein weiteres "NFS for the Macintosh" Projekt gibt es unter <http://prozac.cwru.edu/jude/macnfs/Macnfsd.html>.

MacOS kann mit der Freeware (inclusive Sourcecode) MountX <http://calvaweb.calvacom.fr/bh40/> ext2 Volumes (Linux & MkLinux) auf dem MacOS Desktop mounten.

Eine hochklassige Lösung, um von Macintosh oder anderen Clients auf die Applikationen eines UNIX-Servers aus zuzugreifen, bietet Citrix mit Metaframe <http://www.citrix.de/products/metaframe/unix/>. Metaframe gibt es auch für Windows - Server.

Weitere Kombinationen

Ein NFS-Server für den Mac ist nfsd <http://prozac.cwru.edu/jude/macnfs/Macnfsd.html>. Grundsätzlich kann man auch TCP/IP "nackt" fahren, ohne Zusatzsoftware, ohne Filesharing. Der Dateiaustausch findet dann per ftp oder über einen www-Server statt. Faqs und weiteres unter <http://www.linux.org>.

9.5 Dateien und Medien zwischen MacOS und anderen Plattformen

Windows-formatierte Disketten, ZIP-Cartriges, CDs

MacOS-Rechner können von Haus aus alle Windows/DOS Disketten lesen und beschreiben. Das Kontrollfeld File Exchange oder PC Exchange enthält einen Treiber für ältere Sysquest-Medien (44-240 MB). Alte MacOS-Versionen benötigen dafür Erweiterungen wie den Dos Mounter 95 von Software Architects. Der Treiber von Iomega sorgt dafür, dass auch Windows-formatierte zip-Medien gelesen werden können.

Lange Dateinamen von Windows CDs im Joliet-Format gehen verloren und werden auf 8+3 Zeichen gekürzt. Die Freeware JolietVolumeAccess <http://www.tempel.org/joliet/> von Thomas Tempelmann sorgt für 32 Zeichen lange Dateinamen, längere Namen werden intelligent gekürzt.

HFS-formatierte Medien an Windows-Rechnern

HFS ist das Standardformat, in dem das MacOS seine Speichermedien beschreibt. Windows kann HFS-Medien mit einer Vielzahl von Hilfsprogrammen lesen:

Eine Liste mit direkten Links findet sich auf <http://www.macwindows.com/disks.html>

Weitere Kombinationen

Linux kann hfs-formatierte (nicht hfs+!) Laufwerke mit "mount -t hfs" mounten.

Dateikonvertierung

Import/Export von Word Dateien ist sowohl in Office/Mac eingebaut als auch mit dem Konverterprogramm "MacLink plus" von Dataviz <http://www.dataviz.com> möglich (damit kann man dann seine Dokumente auch mit anderer Software als Word auf dem Mac bearbeiten und im Büro trotzdem weiter Word benutzen). Neben MacLinkPlus gibt es dort den MacOpener, der MacOS-Medien für Wintel Rechner lesbar macht. Dataviz bietet umfassende Lösungen zur Dateikonvertierung zwischen MacOS und anderen Betriebssystemen.

9.6 Wo finde ich weitere Informationen, Lösungen, Neuigkeiten zu Windows/MacOS Vernetzungs Themen?

Unter <http://www.macwindows.com/>. Bei <http://weber.u.washington.edu/~manos/network/index.html> gibts ein weiteres Vernetzungsfaq mit Schwerpunkt auf MacOS-MacOS Vernetzungen.

"Network Your Mac (and live to tell about it): The REAL Beginner's Guide" ist der Titel eines Buches, das sich mit Vernetzung für Macintosh befasst. Das Inhaltsverzeichnis und eine Beschreibung befindet sich unter <http://www.alatec.com/nym/>.

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